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Elser Johann-Georg
♦ Der Mann, der Hitler töten wollte ♦
Was wäre wohl geschehen, wenn es am 8.November 1939 keinen Nebel gehabt hätte? Wenn Hitler von München nach Berlin mit dem Flugzeug zurückgereist wäre? Dann hätte die Rede im Münchner Bürgerbräukeller um halb neun begonnen. Aber so begann Hitler schon um acht Uhr zu sprechen. Um 21.07 Uhr verließ er den Saal, denn um 22.oo Uhr fuhr der Zug nach Berlin. Um 21.20 Uhr explodierte Elsers Bombe an der Säule hinterm Rednerpult. 200 Leute waren noch im Saal, acht wurden getötet, 63 verletzt, davon 17 schwer. Zum Zeitpunkt der Explosion war Georg Elser schon in Haft. Eifrige Zöllner hatten ihn um 20.45 Uhr im Wessenberggarten in Konstanz unmittelbar an der Schweizer Grenze aufgegriffen. Sie wußten noch nicht, wer ihnen da ins Netz gegangen war. Elser hatte verschiedene Werkzeuge, Zünder und Aufzeichnungen über Sprengstoffe sowie eine Ansichtskarte vom Münchner Bürgerbräukeller bei sich. Schon am nächsten Tag wurde er von Konstanz nach München gebracht. Die ermittelnden Beamten verhörten ihn aber nicht nur, sie folterten ihn auch. Die Kriminalisten mochten einfach nicht glauben, daß da ein Einzelner ohne Auftrag gehandelt hatte. Deswegen wurde er zu weiteren Verhören in die Gestapo-Zentrale nach Berlin überstellt. Einer der Untersuchungsbeamten war übrigens Herbert Kappler, der 1944 als Polizeichef von Rom das Massaker an 335 italienischen Zivilisten in den Ardeatinischen Höhlen befohlen hat. Daß da ein Einzelner, ohne einen geheimdienstlichen oder militärischen Apparat noch vor Ausbruch des Krieges beschließt, "daß Hitler weg muß", mochte niemand glauben. Und es war ein weiter Weg, ehe Elser der nötige Respekt gezollt wurde. Für Hitler und Konsorten war klar: Hinter dem Anschlag muß der britische Geheimdienst stecken. Ein Einzeltäter aus "einfachen Verhältnissen"? Das passte niemandem ins Konzept. Georg Elser ist am 09.April 1945 im KZ Dachau von SS-Oberscharführer Theodor Bongartz erschossen worden. Er hat kein Grab. Auf dem Königsbronner Friedhof erinnert eine Tafel "an den Widerstandskämpfer Georg Elser, der den Krieg verhindern wollte".

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♦ Georg Elsers vielseitiges, kurzes und schweres Leben ♦
Georg Elser wurde am 04.Januar 1903 als Sohn eines Holzhändlers und Landwirts in Hermaringen geboren und wuchs in Köngbronn in der Hauptstraße 130 (heute Aalener Straße 12) auf. Georg hatte fünf Geschwister, von denen nur vier das Erwachsenenalter erreichten. Der Vater war alkoholkrank, die Familie verarmte. 1917 begann Georg eine Lehre als Eisendreher, danach, 1919 eine als Schreiner. 1922 legte er die Gesellenprüfung in Heidenheim ab. Er war Jahrgangsbester. Es folgten Wanderjahre, die ihn ins Bodenseegebiet und in die Schweiz führten. Von 1925 bis 1929 war er in einer Konstanzer Uhrenfabrik angestellt, wo er auch Kenntnisse erwarb, die es ihm später möglich machten, den ausgeklügelten Zeitzünder für seine Bombe zu konstruieren. 1926 trat Georg Elser in den Trachtenverein „Oberrheintaler“ in Konstanz ein und kaufte sich eine Zither, er wurde Mitglied im Zitherclub Konstanz. Zudem war er Mitglied der Konstanzer Naturfreunde, an deren Veranstaltungen er häufig teilnahm. 1928 lernte er die Näherin Mathilde Niedermann kennen, mit ihr hatte er den 1930 geborenen Sohn Manfred. Die beiden haben sich kurz nach der Geburt des Kindes getrennt. Elsers Sohn Manfred Bühl mußte wie auch die übrige Familie in der NS-Zeit und danach Demütigungen erleben. Er hat aber die Rehabilitation Georg Elsers noch erlebt.Bühl ist 1997 gestorben. Georg Elser hat sich wohl im Herbst 1938 zum Anschlag auf Hitler und die NS-Führungsriege entschlossen. Er hat das Attentat ein Jahr lang akribisch vorbereitet, ohne jemanden einzuweihen. Am 8.November 1939 war Elser noch einmal nach München gefahren, um den Zünder zu überprüfen. Nach den Verhören und Folterungen bei der Gestapo in München und Berlin wurde er am 23.November 1939 ins KZ-Sachsenhausen gebracht. Ende 1944 oder Anfang 1945 kam er ins KZ-Dachau. Dort wurde er am 09.April 1945 hingerichtet.

Georg Elser (rechts) mit seiner Freundin Mathilde Niedermann und seinem jüngeren Bruder Leonhard auf der Insel Mainau (Bodensee), um 1929.
Quelle: Schwäbische Zeitung, Ausgabe Biberach vom 07.11.2009 und Wikipedia
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